Meine Tortur

Meine Tortur

Riese Tortur

Ich weiß, wie heftig es sich anfühlt, wenn Du die Tortur mitmachst, in einer Sackgasse zu sein. Und dann stellst Du fest, es gibt einen Ausweg, aber vor diesem Weg steht ein Riese. Und je weiter Du Dich zurückziehst, desto größer wird der Riese. Meistens ziehst Du dich noch weiter zurück und hoffst, dass Du eine sichere Insel gefunden hast, aber der Riese findet Dich überall.

Du suchst neue Wege, findest neue Möglichkeiten und läufst einfach schneller als alle anderen, nur der Riese wird größer und größer. Er findet Dich. Verzweifelt suchst Du nach neuen Auswegen, die Geschwindigkeit gibt Dir Hoffnung. Das habe ich jahrelang auch so gemacht und es hat mir nichts genützt. So habe ich mich nach langer Reise entschlossen den Spieß umzudrehen. Ich gab dem Riesen einen Namen Herr Tortur und habe begonnen auf ihn zuzugehen.

Ich ging auf Herrn Tortur zu und sprach mit ihm. Dabei merkte ich, dass der Riese sich über meine Aufmerksamkeit freute und mit jedem meiner Schritte kleiner wird. Mit einem Mal war mir klar Herr Tortur ist ein Scheinriese. Je weiter ich weg von ihm wollte und mich entferne, desto größer wirkt er. Es ist, wie bei meinen Ängsten. Versuche ich vor diesen zu fliehen, folgen sie mir überall hin. Gehe ich auf meine Ängste zu, werden sie kleiner.

Warum tue ich mir damit so schwer?

Es gibt einen Ausweg aus meinen Sackgassen. Das ist der gleiche Weg, den ich hineingegangen bin, daher gibt es für mich nur ein Mittel. Drehe Dich um, gehe zurück bis zur nächsten Kreuzung und nimm den nächsten Weg, den Du noch nicht gegangen bist. Wow, das klingt einfach. Aber warum tue ich mir damit manchmal so schwer?

Nun ich habe noch andere Dinge festgestellt, die mir mein Herr Tortur zu erkennen gab. Oft bin ich in Sackgassen gelaufen, wenn ich nicht in meiner Mitte war und wenn ich meine Orientierung aufgegeben hatte. Mein Kompass spielte verrückt, aber anstatt ihn zu kalibrieren, habe ich einfach gemacht und bin losgelaufen. Genau wie es andere immer sagen:, „Fang einfach an“, und wohin kam ich? In die nächste Sackgasse. Wobei ich heute einfach feststelle, dass meine Sackgasse eher ein Spiegelkabinett war.

Mein Spiegelkabinett

Ich war so präsent in so vielen Facetten, so dass ich das Große und Ganze nicht wahrnehmen konnte. Ich war gefangen in der Vorstellung nicht gesehen zu werden und dennoch mit Allem verbunden zu sein. Ich musst unsichtbar sein, um meine beste Wirkung zu entfalten. In einem Spiegelkabinett ist das auch ein sinnvoller Schritt, denn dann erkennst Du den nächsten Weg. Doch ich sah nur mich und dadurch konnte ich den weiterführenden Weg nicht finden.

Ich wollte dazugehören, gesehen werden, gehört werden, verstanden werden. Dafür gab ich meine Mitte und meine Orientierung auf. Ich folgte anderen Vorstellungen und wurde zeitweise gesehen, gehört und verstanden. Doch so richtig dazugehörig habe ich mich selten gefühlt, wie auch wenn ich nicht in meiner Mitte war. Heute möchte ich mein Leben spüren, fühlen, reden, zuhören, riechen und noch vieles mehr.

Früher wollte ich es auch und setze es nicht um. Geträumt habe ich davon, darüber habe ich gesprochen. Oft waren es Sätze, die mit einem Wenn-Satz anfingen und mit einem Dann-Satz endeten. Gehandelt habe ich auch. Aber es waren Handlungen, die in eine andere Richtung führten und mich wieder ausbremsten. 

Doch was tue ich, um meine Mitte zu stärken und um meine Orientierung zu finden?

Meine Erkenntnis aus meinen Sackgassen ist für mich, dass ich mehr auf mich höre. Ich schaue auf das, was mir guttut. Ich stelle mir die Fragen: Was raubt mir meine Energie? Ist das meine Orientierung oder sagt mir jemand, wonach ich mich richten soll? Ich schaue mir meine Ängste an und begrüße sie. Dann spreche ich mit ihnen und bekenne mich öffentlich dazu.   

Ich höre auf meine innere Stimme, auf mein Bauchgefühl und hinterfrage, das was andere Menschen mir sagen. So komme ich mehr in meine Mitte und ich finde meine eigene Orientierung. Jetzt gilt es noch für mich sichtbar zu werden und mich so zu zeigen, wie ich bin, wie ich mich fühle und wie es für mich stimmig ist.

Ich bin dabei meine Mitte wieder zu beleben und meine Orientierung wieder zu entdecken. Mit diesen beiden Schritten fällt es mir leichter mich umzudrehen und auf Herrn Tortur mit offenen Armen zuzugehen. Meine Angst vor dem Riesen Tortur ist noch da, aber ich kann mir meine Ängste ansehen. Ich weiß, vor was ich Angst habe und kann mir bei Bedarf Unterstützung holen, um meine Lösung zu finden.

Meine Hoffnung mit meiner Tortur

Je mehr ich von meinen Ängsten erkenne und diese auch so akzeptiere, wie die Ängste sind, desto leichter kann ich auf Herrn Tortur zu gehen. Beim Zugehen auf Herrn Tortur stellte ich fest, dass er kleiner wird, je näher ich mich auf ihn zubewege. Und auf einmal macht es Blubb und er ist weg. Dann ist mein Weg frei, um erhobenen Hauptes aus meiner Sackgasse bis zur nächsten Kreuzung zurückzugehen. An der Kreuzung wähle ich dann den Weg, den ich noch nicht gegangen bin und schreite frohen Mutes weiter.

Ich bin gespannt auf deine Tortur mit den Sackgassen. Gerne höre Dir genau und intensiv zu, wenn Du mir von deiner Sackgasse berichten willst, um herauszufinden, an was Du genau hängst.

Oder lass uns den Ausweg aus deiner Sackgasse finden, dann klicke hier: https://www.ulrichteichert.net/ausweg-aus-der-sackgasse/

Schreibe mir an ut@ulrichteichert.net und mache mit mir einen Termin aus, um einen Ansatzpunkt aus deiner Sackgasse zu finden. Ich freue mich auf Dich und deine Geschichte.